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Der FOMO-Nebel und der Reset-Knopf

Manchmal fühlt sich „noch eine Runde“ nicht mehr wie eine freie Entscheidung an. Lies Lilis und Mikis Geschichte und probiere dann das FOMO-Radar, die Entscheidungen und die Erzählreihenfolge aus!

Interaktive Geschichte und Spiele

Lesbare Abschrift

Das Blasenschiff schwebte neben einem Neonsternbild.

Niemand sah auf.

Neue Story. Neuer Kommentar. Neue Benachrichtigung.

Miki: So. Das war die letzte Runde.

NOCH EINE RUNDE?

Miki: Okay. Danach ist Schluss.

Huba: Der Meteorschauer ist vorbei.

Lili: Ich schaue gleich.

Huba: Prima. Ich sage ihm, er soll umkehren.

Lili: Was, wenn genau jetzt etwas passiert?

Miki: Was, wenn sie ohne mich weitermachen?

Miki: Noch eine Minute. Noch eine Runde.

Huba: Lili. Miki. Können wir kurz reden, wenn die Runde vorbei ist?

Miki: Aber schalte jetzt bloß nicht ab!

Huba: Ich schalte nichts ab.

Huba: Ich starte doch nicht das Schiff neu, nur weil jemand noch nicht zu Mittag gegessen hat.

In der Kabine wurde es plötzlich ruhiger.

NOCH EINE RUNDE?

Lili: Warum ist Aufhören so schwer?

Lili: Es ist nicht mal mehr so spannend. Aber… vielleicht kommt ja noch was.

Miki: Und ich will die anderen nicht im Stich lassen.

Miki: Wenn ich gehe, machen sie ohne mich weiter.

Huba: Das ist unser FOMO-Nebel.

Huba: FOMO bedeutet: Angst, etwas zu verpassen.

Huba: Dann bleibst du, obwohl du lieber etwas anderes tun würdest.

Lili: Bin ich etwa heimlich Tablet-Zubehör geworden?

Huba: Ich habe jedenfalls noch keinen Ladeanschluss an dir gefunden.

Miki: Ich habe ziemlich oft ‚noch eine Runde‘ gesagt.

Huba: Benachrichtigungen, neue Belohnungen und ständig neue Inhalte können dich immer wieder zurücklocken.

Huba: Ihr dürft trotzdem gern spielen und online mit anderen reden.

Huba: Wollt ihr weitermachen, oder habt ihr Angst davor, was passiert, wenn ihr aufhört?

Lili: Ich möchte jetzt etwas trinken. Und essen. Und den Meteorschauer sehen.

Miki: Dafür brauchst du eine Zeitmaschine.

Lili: Dann fange ich mit dem Wasser an.

Huba: Bildschirm-Check. Drei Fragen.

Huba: Wie geht es mir? Was hält mich hier? Wofür entscheide ich mich jetzt?

Miki: Ich bin müde. Mein Team hält mich hier.

Miki: Jetzt entscheide ich mich für eine Pause. Aber erst sage ich ihnen Bescheid.

Miki: Ich bin für heute raus. Viel Spaß! Bis morgen!

OKAY, BIS DANN!

Miki: Das war's?

Huba: Die Galaxis steckt das erstaunlich gut weg.

Lili: Mir würde helfen, wenn nicht ständig etwas piept.

Lili: Und beim Essen bleibt es am anderen Ende des Tisches.

Miki: Ich spreche vorher ab, wie lange ich spiele.

Miki: Ich stelle vor Rundenende eine Erinnerung ein. Dann redet nicht nur der Knopf für die nächste Runde mit mir.

Huba: Probiert es aus. Wenn es nicht klappt, könnt ihr es ändern.

Huba: Wenn euch das Aufhören immer wieder schwerfällt und Ruhe oder andere wichtige Dinge zu kurz kommen, sprecht mit einem Erwachsenen, dem ihr vertraut.

Huba: Ihr müsst nicht alles allein herausfinden.

Lili: Wo halten wir als Nächstes?

Huba: Am Park der Raumstation.

Miki: Basketball?

Lili: Bin dabei. Aber erst essen.

Huba: Diese Reihenfolge unterstütze ich aus fachlicher Sicht.

Die beiden Tablets blieben auf dem Tisch.

Das Schiff drehte zur Raumstation ab.

Lili: Na, erzähl mal. Habt ihr die Runde am Ende gewonnen?

Der Nebel lichtete sich langsam.

Für den Reset-Knopf mussten sie diesmal keinen einzigen Bildschirm berühren.

Leitfaden für Lehrkräfte

Unterrichtshilfe und LösungenDrucken
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Der FOMO-Nebel und der Reset-Knopf

Unterrichtshilfe und Lösungen

Ziel: Eine eigene Entscheidung von der Angst unterscheiden, etwas zu verpassen.

15 Minuten nach dem Lesen: 0–3 Minuten eine Szene aufgreifen; 3–10 Minuten besprechen; 10–15 Minuten gemeinsam ausprobieren und abschließen.

Gesprächsfragen:

Was möchten Lili und Miki, und was hält sie trotzdem am Bildschirm?

Was verändert sich dadurch, dass Miki sich von seinem Team verabschiedet?

Wie geht es mir? Was hält mich hier? Wofür entscheide ich mich jetzt?

Lili wartet auf neue Benachrichtigungen; Miki möchte sein Team nicht im Stich lassen. Sich zu verabschieden erhält den Kontakt und schafft Raum für eine Pause. Es gibt mehrere passende Lösungen: einen Zeitpunkt zum Aufhören vereinbaren, eine Erinnerung einstellen oder Benachrichtigungen reduzieren. Es gibt kein einheitliches Zeitlimit für alle.

Kürzer: eine Frage. Länger: zwei mögliche Lösungen vergleichen.

Zum Abschluss: einen Hinweis aus der Geschichte und einen möglichen nächsten Schritt nennen.

Niemand muss persönliche Erlebnisse erzählen. Antworten werden nicht benotet. Hilfe zu suchen darf weder zu Beschämung noch zu automatischer Bestrafung führen.

Lösungshinweise für Lehrkräfte

Hinweise zum Arbeitsblatt: 1. Lili: neue Inhalte und Benachrichtigungen; Miki: sein Team und die Angst, etwas zu verpassen. 2. Wie geht es mir? Was hält mich hier? Wofür entscheide ich mich jetzt? 3. Zum Beispiel: „Ich mache jetzt eine Pause. Viel Spaß!“ Andere freundliche Antworten passen ebenfalls. 4. Eine passende Vereinbarung mit gemeinsamer Auswertung; es gibt kein einziges richtiges Zeitlimit.

FOMO-Radar, Lösungen 1–8: richtig, falsch, richtig, falsch, richtig, falsch, richtig, falsch. Jede Karte enthält eine eigene Erklärung.

Entscheidungen: 1 – B; 2 – C; 3 – A. Erzählreihenfolge: wahrnehmen → Abschiedsnachricht → Antwort → gemeinsame Pläne. Die Punktzahl ist eine Übungsrückmeldung, keine Diagnose oder Schulnote.

Elternleitfaden

Gesprächshilfe für ElternDrucken
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Der FOMO-Nebel und der Reset-Knopf

Gesprächshilfe für Eltern

10 Minuten gemeinsam sprechen. Ein möglicher Gesprächseinstieg: Ich möchte dir nicht wegnehmen, was dir Spaß macht. Ich möchte verstehen, wann du gerne weitermachst und wann dir das Aufhören schwerfällt.

Was möchten Lili und Miki, und was hält sie trotzdem am Bildschirm?

Wie geht es mir? Was hält mich hier? Wofür entscheide ich mich jetzt?

Probiert gemeinsam eine Vereinbarung aus, etwa eine Pause nach einer Spielrunde oder gemeinsames Essen ohne Benachrichtigungen. Vereinbart, wann ihr besprecht, ob es funktioniert hat. Wenn Schlaf oder andere wichtige Aktivitäten dauerhaft zu kurz kommen, bittet eine vertraute erwachsene Person um Unterstützung.

Niemand muss persönliche Erlebnisse erzählen. Antworten werden nicht benotet. Hilfe zu suchen darf weder zu Beschämung noch zu automatischer Bestrafung führen.

Arbeitsblatt

ArbeitsblattDrucken
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Der FOMO-Nebel und der Reset-Knopf

Arbeitsblatt

Auf dem Arbeitsblatt sind weder echte Namen noch persönliche Daten nötig.

1. Was hält Lili am Bildschirm und was hält Miki dort?

2. Schreibe die drei Fragen des Bildschirm-Checks auf.

3. Formuliere eine kurze Abschiedsnachricht für eine erfundene Person, die eine Spielpause einlegt.

4. Schlage eine gemeinsame Vereinbarung zum Ausprobieren vor. Wann würdet ihr prüfen, ob sie funktioniert hat?